Grundsteinlegung auf dem Kindl-Gelände: Ziegert & Casada haben Angst vor Protest

Am 24.04 wurde feierlich der Grundstein für das Neubauprojekt „12053 – aufblühendes Neukölln“ auf dem Kindl-Gelände gelegt, Grund genug für uns, spontan vorbeizuschauen und unseren potentiell neuen Nachbar_innen klar zu machen, dass sie Teil der Verdräungung in Nord-Neukölln sind und wir das gar nicht lustig finden.
Vor Ort fanden befanden sich schon einige Polizist_innen und die Gerüchte, dass nachts ein Werbeschild für das Neubauprojekt und die Wand des Showrooms mit Farbe verschönert wurden. Erfreut darüber, nicht alleine mit unserem Protest zu sein, machten wir uns auf die Suche nach den Farbflecken. Die Werbetafel, die sonst immer vor dem abgezäunten Baugelände stand, war verschwunden, hinter auffällig drapierten Ziegert-Fahnen an der Fassade fanden wir tatsächlich schwarze Farbe an der Wand. Ziegert & Casada scheinen ordentlich Angst zu haben, dass Protest gegen ihr Verdrängungs-Neubauprojekt das Verkaufsgeschäft schädigen könnte. Dieser Eindruck verstärkte sich im Laufe des Vormittags, als uns der Zutritt zur Eröffnungsfeier versagt wurde, da wir dabei gesehen wurden, nach den Farbflecken zu suchen. Ärgerlich, dabei hatten wir uns so auf einen Meinungsaustauch, das Buffet und den Gratissekt gefreut. Ein sichtlich aufgeregter Geschäftsführer suchte mehrmals das Gespräch mit uns, wollte erfahren, was wir noch so alles geplant haben, und hatte außer dem Verweis auf sein Hausrecht keine Erklärung für uns, warum wir an der Veranstaltung nicht teilnehmen dürfen. Uns ist das natürlich schon klar: Protest gegen das Neubauprojekt ist unerwünscht, das in Frage stellen des angeblichen sozialen Engagements des Projektes gefährdet die greenwashing-Strategie von Ziegert. So wunderte es uns auch wenig, als die Polizei uns nach Absprache mit dem Casada-Geschäftsführer androhte, uns vom Privatgelände (der Straße „Am Sudhaus“) wegzuschicken, falls wir uns nicht ordentlich benehmen. Wir konnten immerhin noch unser Transpi halten, ein paar Parolen rufen und im Gespräch mit einigen Kaufinteressent_innen unseren Protest gegen das Projekt als Teil der Verdrängungsprozesse in Neukölln deutlich machen. Aber auch hier versuchte der Geschäftsführer in einem schon fast verzweifelten Versuch, sich vor unser Transparent zu stellen, den Protest unsichtbar zu machen.
Wir waren viel zu wenige, aber die Grundsteinlegung hat uns trotzdem gezeigt, wie viel Angst Ziegert & Casada vor öffentlicher Kritik an ihrem Neubauprojekt haben. Das ermutigt uns, sie zur nächsten öffentlichen Veranstaltung wieder zu besuchen und noch ein paar Freund_innen mehr mitzubringen!